Deze informatie is in het Duits of Engels, sommige teksten zijn vertaald en dan staan ze op de hoofdpagina:

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Quelle: Entfesselt, Frühjahr 2010 und Syndikalismus.tk

Freiheit für Jock! – Selbstverteidigung ist kein Angriff!

Jock Palfreeman in Bulgarien zu 20 Jahren Haft verurteilt

Jock ist ein junger Australier, der nach ungefähr zwei Jahren Untersuchungshaft im Zentralgefängnis in Sofia, Bulgarien, am 2. Dezember 2009 des vorsätzlichen und des versuchten Mordes mit “antisocial” (hooligan) Absicht für schuldig gesprochen wurde.

Er wurde zu 20 Jahren Haft und 450 000 Leva (ca. 230.000 Euro) Geldbuße verurteilt.

Im späten Dezember 2007 war Jock in Sofia unterwegs. Ziemlich spät in dieser Nacht bemerkte er eine Gruppe von mindestens 15 Männern, die zwei Roma angriffen. Bei dieser größeren Gruppe handelte es sich um Fußballhooligans mit neonazistischen Tendenzen und dieser Angriff war offensichtlich eine rassistische Attacke (Roma sind in Bulgarien von schwerwiegender Verfolgung betroffen). Jock ist dazwischen gegangen wobei die Roma flüchten konnten. Die Gruppe wandte sich nun Jock zu und attackierte ihn mit Pflastersteinen. Er verteidigte sich selbst mit einem Messer, wobei er einen Angreifer tötete und einen anderen verwundete. Schlecht für ihn, dass es sich bei dem Getöteten um einen Angehörigen einer wohlbekannten Bulgarischen Familie, die hohes Ansehen genießt, handelt.

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(3 juli 2010)

NS-Verherrlichung stoppen
No pasaran! Bad Nenndorf 14.08.2010

Auch diesen August wollen wieder hunderte Neonazis aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ihren „Gedenk“- Marsch in Bad Nenndorf abhalten. Ihrer Darstellung nach trauern sie um die Menschen, die während ihrer Inhaftierung im Winklerbad verstorben sind. Das Winklerbad war nach dem 2. Weltkrieg Verhörlager der britischen Armee, in dem u. a. Oswald Pohl, SS-General und Leiter des SS- Wirtschafts- & Verwaltungshauptamtes und somit zuständig für die Konzentrationslager inhaftiert war. In Wahrheit geht es ihnen aber nur darum, die Geschichte zu ihren Gunsten um zu deuten. Aus deutschen Tätern sollen Opfer „alliierter Gewaltherrschaft“ werden. Die Teilnehmerzahlen an diesem Aufmarsch steigen von Jahr zu Jahr. Es ist der größte Aufmarsch Norddeutschlands und der drittgrößte in der BRD.

Gegenproteste

Seit dem 1. Aufmarsch gibt es auch Proteste dagegen und Versuche den Aufmarsch zu verhindern. Diese wurden aber, durch ein massives Polizeiaufgebot be- / verhindert. Nichtsdestotrotz gab es immer wieder einfallsreiche Aktionen die den Aufmarsch verzögerten oder stören konnten. Gänzlich verhindert werden konnte er leider bisher nicht.

Und 2010? Dresden nach Bad Nenndorf holen!

Der 13.02.10 in Dresden hat gezeigt, dass es durchaus möglich ist, einen Naziaufmarsch komplett zu verhindern. Was in einer Großstadt funktioniert, sollte doch in einem kleinen Dorf erst recht klappen. Wenn tausende GegendemonstrantInnen Dresden lahm legen konnten, welche Wirkung hätten sie dann erst auf die Lage in Bad Nenndorf? Deshalb rufen wir zu Massenblockaden am 14.08.10 in Bad Nenndorf auf!

Massenblockaden?

Das Konzept der Massenblockaden bedeutet einen öffentlich angekündigten „Regelverstoß“. Die Teilnahme an dieser Aktion ist außerdem nicht mit großem Risiko verbunden, denn es handelt sich um eine offene Aktionsform, an der jede_r teilnehmen kann.
Uns ist wichtig, dass möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen politischen Spektren und gerade auch die mit weniger Aktionserfahrungen teilnehmen können. Es gibt verschiedene Formen des Widerstandes gegen Naziaufmärsche. Gerade die Vielfalt an Aktionsformen, die nicht gegeneinander, sondern neben- und miteinander stattfinden, kann dem Aufmarsch wirksam etwas entgegensetzen. So wird die Teilnahme an der Aktion auch für Unerfahrene berechenbar. Trotzdem ist das Konzept klar auf eine praktische Politik der Verhinderung des Naziaufmarsches gerichtet.

Eine solche Massenblockade kann nur durch ein breites gesellschaftliches Bündnis von unterschiedlichen politischen Spektren, wie es in vielen anderen Städten existiert, realisiert werden.

Naziaufmärsche zu Krisenherden

Deswegen brauchen wir eure Unterstützung!
Unterstützt die Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf! Verteilt diesen Aufruf! Organisiert Informationsveranstaltungen und Busse für den 14.08.2010.
Unterschreibt den Aufruf auf badnenndorf.blogsport.de.

Kommt in Massen und unterstützt die Blockaden!

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(30 april 2010)

Niemand ist Vergessen!

Mai 2010 - Gedenkaktionen anlässlich des 10. Todestages von Dieter Eich in
Berlin.

Gesichter und Namen statt blinde Flecken

Zwölf Menschen starben seit der Wiedervereinigung in Berlin durch die Hand von Neonazis – so zumindest die offizielle Statistik. Die Erinnerung an eben jene, die von den Neonazis ermordet wurden, verschwimmt mit der Zeit und macht somit auch die Tat an sich scheinbar ungeschehen. Darum ist es unsere Aufgabe, diesen Menschen Namen und Gesichter zu geben, damit sie, der Mord an ihnen, aber auch das Ausmaß nationalsozialistischer Ideologie nicht in Vergessenheit geraten. Gedenkdemonstrationen wie sie seit Anfang der 90er für Silvio Meier oder seit 2005 für Thomas Schulz in Dortmund stattfinden, stehen genau für dieses Anliegen. Die Art des Gedenkens ist für uns zweitrangig. Wichtig ist, dass es geschieht.

Seit nunmehr drei Jahren finden auch in Berlin wieder Gedenk-Aktionen für Dieter Eich statt. Sein Todestag jährt sich am 25. Mai 2010 zum zehnten Mal. Für uns ist dies ein Anlass, verstärkt auf die Umstände der Tat und die gesellschaftlichen Hintergründe hinzuweisen.

Eich bezog Sozialhilfe und wohnte damals in einer der Plattenbausiedlungen am Nordost-Berliner Stadtrand. In der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2000 betrank sich eine Gruppe junger Neonazis im selben Mietshaus im Stadtteil Buch, in dem auch Dieter Eich wohnte. Gegenseitig aufgestachelt fassten sie den Entschluss, einen “Assi zu klatschen”. Sie drangen in Dieter Eichs Wohnung ein, wo sie ihn vorfanden und brutal zusammenschlugen. Anschließend flüchteten die Täter. Kurze Zeit später kehrten sie zurück und töteten ihn mit mehreren Messerstichen, damit er keine Aussage bei der Polizei machen konnte. Dieter Eich verblutete in seiner Wohnung.

Ideologische Hintergründe

Dieter Eich wurde erstochen, weil er in den Augen seiner Mörder ein “Sozialschmarotzer” war. Die Mörder Eichs stehen damit in direkter Tradition der massenhaften Ermordung von Bettlern, Erwerbslosen und Landstreichern während des NS. So wurden beispielsweise im Rahmen der Aktion “Arbeitsscheu Reich” im April und Juni 1938 über 10.000 Personen als sogenannte “Asoziale” in die Konzentrationslager verschleppt. Eine Kontinuität, die sich vom Nationalsozialismus bis in die heutige Zeit zieht, lässt sich nicht verleugnen. Die Formel “Wer nicht arbeitet, ist nichts wert” wird so gut wie ausnahmslos von allen Kräften dieser Gesellschaft geteilt. So weit außerhalb des politischen Mainstreams standen Eichs Mörder also nicht. Der feine Unterschied zwischen bravem Bürger, Staat, Wirtschaft und Medien gegenüber den Neonazis ist der, dass es sich in diesen Kreisen nicht geziemt “Faulenzer” und “Schmarotzer” einfach abzustechen.

Auch wenn die wenigstens Menschen zufrieden sind mit den Arbeitsverhältnissen, unter denen sie sich verdingen, so sehr sie einen vernünftigen Urlaub einer Überstunden-Schicht vorziehen, so verachten sie trotzdem Menschen, die nicht arbeiten können oder wollen. Wie ist dies denn anders zu verstehen, als eine vor Unterwürfigkeit triefende Danksagung an das tägliche Schuften? Ein Dankeschön also an die elenden Verhältnisse, in denen wir leben! Die Diskriminierung nicht arbeitender Menschen geschieht allerdings nicht allein aus dem vom Sozialneid gespeisten Eigenantrieb des Bürgers, sondern ist auch von oberster Stelle gewollt und legitimiert. Das, was eh schon viele über Erwerbslose denken, gießt der Staat z.B. in Gesetze, mit dem klaren Ziel, durch Zwang mehr Produktivität aus seinen Staatsbürgern herauszupressen, aber auch, um Konflikte zwischen Erwerbslosen und Lohnabhängigen zu schüren. Wichtig für den Staat, denn schließlich könnte es ja passieren, dass sich der malochende und der faulenzende Pöbel gegen den Staat selbst richtet.

Bezüglich des Themas Arbeit igeln sich Gesellschaft und Staat feige in eine Doppelmoral ein, die es sich herausnimmt, auf nicht arbeitenden Menschen rumzuhacken, sich aber gleichzeitig die Hintertür aufhält, eine mitleidige Miene aufsetzen zu können wenn mal wieder ein “Assi” in den Rinnstein geprügelt wurde. Sollen sie an jeder Silbe ihrer Verlogenheit ersticken, die sie von sich geben! Wer die Grundlagen für ein Gesellschaftsklima ermöglicht, in dem der Wert eines Menschen nur an seiner Arbeitskraft gemessen wird, der darf sich nicht erstaunt geben, wenn rechte Schläger sich durch eben jene Gesellschaft in der Richtigkeit ihres Handelns bestätigt fühlen.

Mai 2010 Schau nicht weg! – Greif ein!

Zehn Jahre nach dem Mord an Dieter Eich wollen wir mit Veranstaltungen und Aktionen das Gedenken an Dieter Eich weiter aufrechterhalten und dessen gesellschaftliche Hintergründe klar benennen. Außerdem ist uns daran gelegen, wenigstens punktuell in Buch und der näheren Umgebung antifaschistische Akzente zu setzen. Die anhaltende Präsenz von rechtem Gedankengut vor Ort unterstreicht umso mehr die Notwendigkeit, das Gedenken an die Opfer rechter Gewalt mit dem Tageskämpfen gegen Neonazis zu verbinden.

23. Mai 2010 | Demonstration | Berlin-Buch

Kommt zur Antifa-Demo! Macht selbst Aktionen!

North East Antifa [NEA]

Informationen:

http://www.northeast.antifa.de

http://www.niemand-ist-vergessen.de

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Noone will be forgotten!

May 2010 – remembrance actions on the occasion of the 10th anniversary of
Dieter Eichs death in Berlin.

Faces and names instead of blind spots.

Since the German reunification in Berling twelve people died by Neonazis –
at least official statistics say that. The remembrance of those people who
were murdered by Neonazis fades away by and by and along with it also the
deed itself seems to fade. Therefore it is our job to give those people
names and faces for that they, their murders but also the scale of
national socialist ideology do not sink into oblivion. Demonstrations held
in memory of them since the beginning of the nineties for Silvio Meier or
since 2005 for Thomas Schulz in Dortmund do stand for this concern. For us
it does not matter how remembrance is held. The only important thing is
that it takes place.

For three years now actions in remembrance of Dieter Eich also take place
in Berlin. The 25th of May 2010 marks the 10th anniversary of his death.
For us this is the reason to show the circumstances and the social setting
of the deed.

Dieter Eich at that time was on welfare and lived in a prefabricated house
in the outskirts in the northeast of Berlin in a district called Buch.
During the night of 24/25 May 2000 a group of drunken Neonazis living in
the same house as Dieter Eich poisoned their minds against each other and
took the decision to bash up a “dosser”. They entered the flat of Dieter
Eich and brutally smashed him. Afterwards they escaped. Shortly after they
returned again to his flat, repeatedly stabbed him with a knife and killed
him so that he could not make a statement at the police. He bleeded to
death in his flat.

Ideological background

Dieter Eich died because for the Nazis he was a social welfare freeloader.
For this reason the murderers of Dieter Eich act according to the
tradition of the massmuderers of beggars, unemployed persons and hoboes
during National Socialism. During April and June 1938 more than 10,000
people were deported to concentration camps as drop-outs within a campaign
called „Arbeitsscheu Reich“ meaning they were unwilling to work. A
consistency reaching from National Socialism until today cannot be denied.
The set phrase „If you do not work you are of no value“ is shared by
almost all powers of todays society. So the murderers of Dieter Eich were
close to political mainstream. The subtle distinction between a good
citizen, the state, the economy and the media on the one hand and a
Neonazi on the other is, that in one of the first mentioned circles it
does not benefit to stab freeloaders. Fewest people are contended with
their working conditions. Even if they prefer to go on vacation instead of
working overtime they condemn people who cannot or who are not willing to
work. Could this be understood other than an acknowledgement to work until
you drop, dripping of submissiveness? Or a thank-you to the miserable
circumstances in which we live! The discrimination of non-working people
is not only fuelled by the social envy of the citizens among each other
but it is wanted and legitimated by the highest authorities and
institutions. A lot of people do think negative about unemployed persons.
The state shapes this into laws with the aim to squeeze even more
productivity out of it’s citizens by force but also to fuel the conflict
between the wage-related and the unemployed. It is important for the state
to keep this conflict alive because otherwise the working and nonworking
“lazy” crowd could turn it’s anger on the state itself.

Regarding the question of work, society as well as the state wrap
themselves in a double moral standard that dares to pick on non-working
people and at the same time still leaves a backdoor open to to put on a
pitiful face when another down-and-out has been beaten into the gutter.
They shall choke on every syllable of their dishonest statements!

The one who allows the basis of a social climate in which the value of a
person is only measured by his manpower must not be surprised if
right-winged bruisers feel confirmed in the „rightness“ of their action.

May 2010 – Don’t look away! Take action!

Ten years after the murderer of Dieter Eich we want to keep up the
remembrance with events and actions and by naming the social backgrounds.
Also we are interested to focus on the Berlin quarter Buch and the
surroundings, at least punctually. The continuing presence of a
right-winged body of thought in this area emphasizes the need to combine
the remembrance of the victims of right-winged violence with the daily
fight against Neonazis.

23 May 2010   |   Demonstration   |   Berlin-Buch
Join the antifa-demo! Organize actions by your self!
North East Antifa [NEA]

Information:
www.northeast.antifa.de
www.niemand-ist-vergessen.de

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(24 maart 2010)

Die Naziaufmärsche am 2. und 3. April in Stolberg blockieren!

Seit 2008 marschieren jährlich hunderte Neonazis im April durch die Kleinstadt Stolberg im Rheinland. Sie deuten den Tod eines jungen Mannes hier um zu einem Märtyrergedenken. Dieser – gestorben bei einer Auseinandersetzung unter jungen Männern – wird von ihnen zu einem der ihren stilisiert, der Angreifer zu einem Migranten.
Dies passt dann auch prima in neonazistische, rassistische Weltbilder.
Darum geht’s. Darum, durch das migrantische Viertel zu marschieren, sich selbst als Opfer darzustellen und Rassismus umzudeuten zur Selbstverteidigung. Ein Rassismus der seit den 90ern mehr als 140 Menschen in Deutschland das Leben gekostet hat und als Bedrohungszustand die Lebenssituation v.a. von MigrantInnen (mit)prägt.
Die Erfahrung des gemeinsamen „Kampfes“ auf der Straße ist grundlegend wichtig für neofaschistische Bewegungen und ihre einenden Selbstbilder. Auch dieses Jahr wollen mehrere hundert FaschistInnen unter Führung der neonationalsozialistischen NPD in Stolberg ihren Rassismus auf die Strasse tragen – mitten im migrantischen Viertel Mühle.
Am Abend des 2. April ist von Seiten der Nazis ein Fackelmarsch geplant, am 3. eine Grossdemonstration.
Wir rufen dazu auf, an beiden Tagen in die Mühle zu gehen um sich den Nazis entgegenzustellen! Die Ereignisse in Dresden, wo der europaweit grösste Naziaufmarsch
unlängst blockiert werden konnte, zeigen, dass es notwendig und möglich ist, ihre Aufmärsche zu verhindern.

Blockiert!

Treffpunkt am 03.04.2010:
Aachen Hbf. 09.15 Uhr
oder: kommt zur Kundgebung um 11.00 Uhr in Stolberg; Eschweilerstraße, Ecke Hermannstraße!

Und wir kommen doch!

Die von Antifaschist_innen für den 4.4. in Stolberg angemeldete Kundgebung mit anschließender Demonstration wurde faktisch verboten. Dadurch, dass die Fressbuden und PR-Aktionen des Stolberger „Bündnis gegen Radikalismus“ die gesamte Innenstadt blockieren und die aktuelle Naziroute unangetastet bleibt, wurde es den Antifaschist_innen unmöglich gemacht, weder zeitlich noch örtlich, nicht mal annähernd auch nur in Hörweite an den rechten Aufmarsch zu gelangen. Das symbolträchtige Mühlener Viertel wurde somit, von einem Konglomerat aus Zivilgesellschaft und örtlicher Polizei, vom antifaschistischen Prostest ausgeschlossen.

Wir lassen uns davon aber nicht in unserer Absicht beirren, sich den Nazis frontal in den Weg zu stellen. Public Relations der Stadt Stolberg und Wahlkampf der Stadtratsfraktionen stellen für uns keinen angebrachten Widerstand für einen der größten bundesweiten Naziaufmärsche dar. Deshalb gilt es den Tag von Anfang an kämpferisch zu beginnen um dem Aufmarsch ernsthaft was entgegenzusetzen,

denn Antifaschismus heißt nicht Waffeln essen. (Artikel zum Bürger-Mythos)

Treffpunkte: Köln 10.00h Hbf

Aachen 10.15h Hbf

Achtet während der Fahrt auf Ankündigungen!!!!!!!!!!!! (Aufruf)

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(9 januari 2010)

Bündnisaufruf zu den Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden

Am Ort der Geschichte

Entschlossen entgegenstellen – gemeinsam blockieren!

Wir rufen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten dazu auf, am 13. Februar dem Naziaufmarsch in Dresden entschlossen entgegenzutreten und ihn gemeinsam zu blockieren!
In dem bundesweiten Bündnis No pasarán! haben sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen zusammengeschlossen, um dem jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsch endlich ein Ende zu bereiten.

Seit der Jahrtausendwende marschieren Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch die Stadt. In den letzten Jahren hat sich der Aufmarsch zur größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung Europas entwickelt. Bei dem Aufmarsch der NPD und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) finden sich alljährlich die verschiedenen Spektren der extremen Rechten zusammen, internationale Delegationen geben ihm eine über Deutschland hinaus gehende Bedeutung. In der gemeinsam zelebrierten Trauer verschwinden für einen Tag alle szeneinternen Streitigkeiten.
Bei dem Aufmarsch geht es den Neonazis nicht etwa um Repräsentanten des NS-Regimes oder um die Toten von Wehrmacht und Waffen-SS, sondern um ein konstruiertes Kollektiv unschuldiger deutscher Opfer. Der Bezug auf den Nationalsozialismus verläuft dadurch mehr oder weniger indirekt: Der Angriff auf Dresden sei ein Angriff auf das „deutsche Volk“ gewesen und damit gleichzeitig auf das „wahre Deutschland“, welches wiederum gleichbedeutend ist mit dem Nationalsozialismus. Im gedachten nationalsozialistischen Kollektiv von damals bis heute werden die Toten für die Neonazis zu „ihren“ Toten, sie werden zu Stellvertreterinnen und Stellvertretern des nationalsozialistischen Systems. In ihnen sehen Neonazis das Subjekt ihrer Trauer um das zerschlagene „Dritte Reich”.
Gleichzeitig gelingt mit dem Bezug auf die Bombardierung eine Feindkonstruktion nach Außen. Die Alliierten werden dargestellt als verbrecherische Siegermächte, die zum einen den Nationalsozialismus heimtückisch zu Fall gebracht hätten und zum anderen daran anschließend Deutschland das „BRD-Lügensystem“ oktroyiert hätten. Dadurch erhält der Mythos Dresden aus neonazistischer Sicht eine ungebrochene Aktualität.
Genau deshalb reicht es nicht, einfach den Kopf zu schütteln über die “ewig Gestrigen”. Der Bezug auf die Vergangenheit ist aktuell politisch relevant und wichtig für die Identitätsbildung der Nazis. Umso wichtiger, ihnen am 13. Februar einen Strich durch die Rechnung zu machen!

Alte Mythen, neuer Aufguss

Als Mythos hält sich die Geschichte von der Bombardierung Dresdens hartnäckig. Obgleich er im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht hat, war seine jeweilige Deutung stets eine politische. So diente die Bombardierung teilweise auch im bürgerlichen Lager der Relativierung der deutschen Kriegsschuld und dem Aufbau eines deutschen Opferbildes.

Kern des Mythos ist die Legende von der “unschuldigen”, “einzigartigen” Stadt, die “aus heiterem Himmel” Opfer einer “einzigartigen” Katastrophe durch alliierte Bomber wurde. In den letzten Jahren wurde der Mythos des “alten Dresdens” als einzigartige Kulturstadt jedoch zur Marke Dresden umgebaut. Um das neue “Elbflorenz“ für TouristInnen und StadtvermarkterInnen attraktiver zu gestalten, wurde dem Image ein neues Element hinzugefügt. Neben dem Bild des Mythos vom alten Dresden trat nun der Wiederaufbau der Frauenkirche und damit die Inszenierung der Versöhnung.
Auch wenn sich der Umgang mit der Bombardierung in den letzten Jahren verändert hat: Es ist kein Zufall, dass Neonazis jedes Jahr ausgerechnet in Dresden aufmarschieren. Dresden war nicht die einzige Stadt, die von Luftangriffen betroffen war. Doch hier können Neonazis in besonderer Art und Weise politischen Profit aus dem seit Jahrzehnten gewachsenen internationalen Symbol und den darin gepflegten Mythen ziehen.

Über die Normalisierung nach Innen …

Nach der sogenannten Wiedervereinigung verstärkte sich die Suche nach vermeintlicher Normalität, zu der auch die Wiederentdeckung als Opfer der Geschichte gehörte. Bücher wie „Der Brand“ oder „Im Krebsgang“ prägten einen gesellschaftlichen Diskurs, der in Guido Knopps Fernsehdokumentationen über das „Leid der Deutschen“ seine breitenwirksame Inszenierung fand.
Heute geht es in geschichtspolitischen Debatten vornehmlich um eine zeitgemäßere Interpretation der deutschen Vergangenheit. Dabei wird die deutsche Schuld sehr wohl eingeräumt, gleichzeitig jedoch auf eine gesamteuropäische Verantwortung verwiesen. In einem europäischen Jahrhundert von Krieg, Gewaltherrschaft und Vertreibung gehe es darum, die Vergangenheit gemeinsam zu bewältigen. Initiativen wie das „Zentrum gegen Vertreibungen“ versuchen uns weiszumachen, dass in Leid und Schmerz schließlich alle gleich seien. Die Erkenntnis, dass alles irgendwie ganz schlimm war, vernachlässigt die politisch-historischen Zusammenhänge und dient einem geschichtspolitischen Normalisierungsprozess, in dem die besondere historische Rolle Deutschlands verwischt wird. Das Besondere des Nationalsozialismus und der Shoa verschwindet in einem sogenannten Europa der Diktaturen.

… über den Extremismus …

Was geschichtspolitisch in der Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Sozialismus verhandelt wird, findet seine Parallele in der aktuellen Extremismuskonzeption. So sollen die seit 2001 vom Bund geförderten Programme gegen Rechtsextremismus laut schwarz-gelbem Koalitionsvertrag in “Extremismusbekämpfungsprogramme” umgewandelt werden. Bekämpft werden soll demnach sowohl rechter als auch linker “Extremismus”. Aussteigerprogramme bezüglich Rechtsextremismus sollen zu “Aussteigerprogrammen Extremismus” werden, der Fonds für Opfer rechtsextremer Gewalt zu einem Fond für Opfer des Extremismus. Es ist eine absolute Frechheit und entbehrt jeglicher Grundlage, Linke, die tagtäglich gegen Rassismus und Neonazismus kämpfen, mit Neonazis auf eine Stufe zu stellen!
Auch in Bezug auf den Naziaufmarsch im Februar fällt der offiziellen Seite nichts Besseres ein, als die Totalitarismuskeule zu schwingen: In einem Entwurf für das neue sächsische Versammlungsgesetz geht es CDU und FDP darum, “Extremisten in Sachsen deutliche Grenzen zu setzen”. Geht es nach ihnen, sollen solche Versammlungen verboten werden können, die sich auf die “nationalsozialistische oder kommunistische Gewaltherrschaft” beziehen.
Wir lassen uns von solchen Drohungen nicht einschüchtern. Wir werden uns weiterhin Neonazis in den Weg stellen, sei es in Dresden oder anderswo. Wir werden auch weiterhin linke Gesellschaftskritik üben. Und wir werden weiterhin sagen, dass hier gewaltig etwas schief läuft!

… hin zur Normalisierung nach Außen?

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – diese Konsequenz von AntifaschistInnen aus der deutschen Vergangenheit erhält mit Blick auf die bundesdeutsche Realität einen besonders bitteren Beigeschmack. Seit über zehn Jahren kämpfen deutsche Soldaten nun schon wieder im Ausland für deutsche Interessen. Nach anfänglichen Verschleierungsversuchen mit dem Reden von “humanitären Einsätzen”, hat man sich in Jargon und Habitus angepasst: Es gibt sie wieder, die “gefallenen Soldaten”, Tapferkeitsmedaillen werden verliehen und Ehrenmäler errichtet. Deutschland führt wieder Krieg. PolitikerInnen von den Grünen bis zur CDU sagen ja zum Krieg in Afghanistan. Von der “Verteidigung deutscher Werte” bis hin zum “…gerade wegen Auschwitz” zeigen sich die Begründungen hierfür besonders facettenreich.
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – daran hat sich für uns bis heute nichts geändert. Es ist blanker Hohn, dass der „Kampf für das Menschenrecht“ ausgerechnet mit der deutschen Vergangenheit gerechtfertigt wird. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus kann und darf nur sein: Wir müssen alles dafür tun, dass Deutschland nie wieder Krieg führt!

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“

Auch 65 Jahre nach Kriegsende hat der Schwur der Überlebenden von Buchenwald für uns nichts an Richtigkeit verloren. Genau deshalb müssen wir den Nazis auch am 13. Februar in Dresden in aller Entschlossenheit entgegentreten. Unser Gedenken richtet sich jedoch nicht auf den 13. Februar. Die Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten war Folge von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und deutschem Vernichtungskrieg. Deswegen gedenken wir zum Beispiel am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, der Opfer des Nationalsozialismus. Darüber hinaus jährt sich am 8. Mai 2010 die Befreiung vom Nationalsozialismus zum 65. Mal. Diese Daten sind mehr als bloße historische Ereignisse. Hier besteht eine der letzten Möglichkeiten, mit Überlebenden des Nationalsozialismus, mit aktiven GegnerInnen und WiderstandskämpferInnen zusammenzukommen. Der Kampf gegen den Faschismus ist nicht abgewickelt, der Nationalsozialismus nicht zu Ende aufgearbeitet, als dass die Lehre aus der Vergangenheit nun einem neuen deutschen Selbstbewusstsein dienen könne. Die Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus mahnt uns zum Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Militarismus.
Wir wissen, dass wir rechte Propaganda nur stoppen können, wenn wir eine die gesamte Gesellschaft durchdringende, offene Auseinandersetzung über die zu Grunde liegenden Werte und Ideologien führen. Wir wissen aber auch, dass wir uns erfolgreich den Nazis entgegenstellen können, wenn wir dies gemeinsam tun.

Gemeinsam blockieren!

In den vergangenen Jahren hat es immer Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden gegeben. Trotzdem konnte es bislang nicht gelingen, dem Naziaufmarsch wirksam etwas entgegen zu setzen. Im letzten Jahr beteiligten sich 4000 AntifaschistInnen an einer Demonstration unter dem Motto „No pasarán!“. Doch auch hier zeigte sich, dass Polizei und Ordnungsbehörde alles daran setzen, linken antifaschistischen Protest zu verhindern und abzudrängen.
Dem setzen wir 2010 unseren vielfältigen Widerstand entgegen. Es ist gerade eine solche Vielfalt an Aktionsformen – nicht gegen-, sondern miteinander –, die gegen den Aufmarsch etwas ausrichten kann. Dafür brauchen wir ein starkes breites Bündnis all derer, die mit uns zusammen den Naziaufmarsch in Dresden blockieren!

Dem Naziaufmarsch am 13. Februarentschlossen entgegentreten – gemeinsam blockieren!

No pasarán – sie kommen nicht durch!

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(22 oktober 2009)

Antifa Demo Recklinghausen ‘DE’

we are a Antifascist Groups of Recklinghausen. We want to invite you to come to Germany ( Recklinghausen/NRW) at the weekend of 27./28. November.
Fascist from all over the country even from the Netherland,Belgium and Bulgaria want to demonstrate in our Hometown under the slogan ,, Freedom,Breed and Work with the help of National Socialism”
Since few week, we try to mobilise all over Germany, especially in North-Rhine-Westphalia.
We wouldt be really happy to have your support at that weekend.We live only 1 hour away from the neverlands and there is a very good train-connection from Venlo to Recklinghausen.
We even have enough Sleeping-Places.
On friday there will be an antifascist demonstration in the evening and on saturday we want to stop the fascists !!! Afterwards there is an aftershow-party in the AKZ ( Alternative Cultur Center).
Here are our links for the Weekend:
http://naziswegmoben.blogsport.de/ and http://vorabenddemo.blogsport.de/

Please let us know, if you come and how many. So that we can coordinate the sleeping-places and food ( vegan ).You can contact us under this email adress oa-recklinghausen@​gmx.​net

peace&love

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(8 oktober 2009)

[Aachen] SS-Mörder Heinrich Boere vor Gericht

Informationen zu der Gerichtsverhandlung gegen den SS Mörder Heinrich Boere in Aachen:

Update 8.10: Verfassungsbeschwerde im Prozess gegen SS Mörder abgewiesen- Prozess findet am 28.10 statt
Eine Verfassungsbeschwerde von Heinreich Boere wurde abgelehnt, Boere bleibt verhandlungsfähig.
Presseinformationen finden sich u.a. hier:
http://klarmann.blogsport.de/2009/10/08/mitte-bgh-macht-prozess-gegen-mutmasslichen-ss-killer-im-reifen-alter-moeglich/

Auf der niederländischen Indymediaseite ist zudem ein Artikel zum Fall Boere erschienen : http://www.indymedia.nl/nl/2009/10/62195.shtml

Auf den Internetseiten der niederländischen Antifas finden sich ebenfalls viele Informationen zu Boere, und natürlich viele andere spannende Dinge.

www.afanederland.org
www.xs4all.nl/~afa/alert
http://www.afautrecht.antifa.net/
http://autonomeantifautrecht.blogspot.com/

AK Kein Vergessen!

Ende Oktober beginnt der Prozess gegen den 88-jährigen SS-Mörder Heinrich Boere, der für mindestens drei Morde an ZivilistInnen während des zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht wird. Dies wird einer der letzten NS-Verbrecher-Prozesse sein. Ein Bericht des AK Kein Vergessen.

Am 28. Oktober 2009 beginnt am Landgericht Aachen einer der letzten NS-Verbrecher- Prozesse. Angeklagt ist der 88-jährige Heinrich Boere, ein Angehöriger des SS-Sonderkommandos Feldmeijer. Dieses Kommando ermordete unter dem Codenamen Silbertanne mehr als 50 vermeintliche SympathisantInnen der Widerstandsbewegung in den Niederlanden. Für jeden getöteten Nazi wurden drei „antideutsch eingestellte oder aber als mit Widerstandskreisen zusammenarbeitend bekannte Niederländer“ getötet. Heinrich Boere wird in diesem Zusammenhang Mord an mindestens drei Menschen vorgeworfen: An dem Apotheker Fritz Hubert Ernst Bicknese in Breda, an Frans Willem Kusters in Wassenaar und an dem Fahrradhändler Teun de Groot in Voorschoten.
Bei dem Fahrradhändler Teun de Groot in Voorschoten klingeln am 3. September 1944 frühmorgens Heinrich Boere und ein zweiter niederländischer SS-Mann. De Groot war ein angesehener Bürger in Voorschoten und gegen die Nazi-BesatzerInnen. Das reicht für ein Todesurteil. Boere und sein Mittäter erschießen de Groot wortlos. Er hinterlässt eine Familie mit fünf Kindern. Teun de Groot über seine Reaktion auf den Tod des Vaters: “Ich habe 24 Stunden geweint, danach nie mehr. Fast nie mehr, mein ganzes Leben nicht, ich habe so geweint.”1947 konnte Boere unter ungeklärten Umständen aus der Kriegsgefangenschaft fliehen und kam zurück nach Deutschland. Fortan lebte er unbehelligt in Eschweiler bei Aachen. In den Niederlanden wurde er nach dem Krieg zunächst von einem Sondergericht zu Tode verurteilt, dieses Urteil wurde später umgewandelt in lebenslange Haft.
Niederländische Auslieferungsgesuche wurden von der deutschen Justiz mit der Begründung abgelehnt, dass Boere durch seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben könnte. Damit bezog sie sich auf einen Hitler-Erlass von 1943. Ein Verfahren gegen ihn wurde 1983 eingestellt mit der Begründung, dass es sich bei den Morden um völkerrechtlich zulässige Repressalien gehandelt habe und Boere zudem auf Befehl getötet habe. Die unbeteiligten Opfer durften nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Dortmund „meuchlerisch getötet werden.“

Boere selbst wähnte sich, wie so viele, bisher in Deutschland in Sicherheit. In einem Interview kommentierte er seine Morde lächelnd mit „Peng! Tot!“. Auf die Frage, ob das Morden ihm schwerfiel, antwortete er: „Ach, nein, schwer fiel mir das nicht. Man braucht doch nur einen Finger krumm zu machen“.

2003 beantragte jedoch das niederländische Ministerium der Justiz die Vollstreckung der Verurteilung in Deutschland. Grundlage für dieses Gesuch ist die seit 2003 bestehende Möglichkeit, Haftstrafen anderer EU Länder auch in Deutschland zu vollstrecken. Das Landgericht Aachen entschied, dass die Haftstrafe Boeres in Deutschland vollzogen werden könne, Köln widersprach, da Boere in Abwesenheit verurteilt worden sei und er keine Möglichkeit der Verteidigung seiner Person habe nutzen können. Und so erhob vier Jahre später die Oberstaatsanwaltschaft Dortmund Anklage wegen dreifachen Mordes. Nachdem dann das Landgericht Aachen Boere zunächst für nicht verhandlungsfähig erklärte, hob das Oberlandesgericht Köln diesen Beschluss wiederum auf. Boere sei sehr wohl verhandlungsfähig. Erst jetzt, 2009, wird das Verfahren also beginnen, die Morde an Teun de Groot und an den anderen Niederländern werden nach zahlreichen Presseveröffentlichungen und Protestaktionen endlich als Mord klassifiziert.

Boere ist keineswegs der einzige NS-Täter, der bisher nicht zur Verantwortung gezogen wurde und der bis heute auf der Liste des niederländischen Justizministers steht. Neben ihm sind das Siert Bruins (Breckerfeld bei Hagen) und Klaas Faber (Ingolstadt), die noch heute straffrei in Deutschland leben. Sie gehören zu der Gruppe der 30.000 Niederländer, die für Deutschland in der SS kämpften oder sich als Angehörige der niederländischen Nazipartei NSB aktiv an der brutalen Zerschlagung des Widerstandes und an den Deportationen der Jüdinnen und Juden beteiligten.
Viele der Erschießungen, Folterungen und Razzien gingen auf das Konto dieser holländischen Nazis. Tausende niederländische SS-Angehörige und Kollaborateure flüchteten 1945 nach Deutschland und entzogen sich so der niederländischen Justiz. In Deutschland lebten sie meist straffrei und unbehelligt. Noch über 300 standen 1980 auf den Fahndungslisten der Niederlanden. Auslieferungsgesuche wurden von Deutschland in der Regel zurückgewiesen.
Sieben SS-Angehörige, u.a Klass Faber aus Ingolstadt, die in den Niederlande wegen Mordes in Haft saßen, wurden Weihnachten 1952 sogar von einem deutsch-niederländischen Netzwerk aus dem Gefängnis in Breda befreit und – auch das ist in Deutschland nahezu unbekannt – im Grenzgebiet von FDP-Funktionären wie dem damaligen Aachener FDP-Geschäftsführer Otto Graf Lambsdorff empfangen, versteckt und schließlich an die Parteiprominenz in Bonn weitergereicht. Die FDP mit dem Ritterkreuzträger Erich Mende an der Spitze forderte gar in aller Öffentlichkeit die Straffreiheit der vom BKA gesuchten NS-Verbrecher.

Der Prozess gegen Boere wird vom „AK Kein Vergessen!“ mit u.a. einer Veranstaltungsreihe begleitet.
Thematisch werden wir nach der Rolle der bundesdeutschen Justiz gestern und heute im Umgang mit NS-Verbrechern fragen, werden uns mit niederländischer Kollaboration und Widerstand beschäftigen, der Spur von NS-Verbrechern nach Deutschland nachgehen und erkunden, wer die stillen HelferInnen der Nazis bei der Flucht waren. Die Bedeutung von NSlern für die aktuelle extreme Rechte wird uns ebenso interessieren wie Fragen der Re-Militarisierung Deutschlands mit Rekurs auf Auschwitz.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Nichts und Niemand ist vergessen!

NIXSPAM.ak_kein-vergessen@riseup.net

Veranstaltungsreihe

AK Kein Vergessen! 29.09.2009 – 22:48

Veranstaltungsreihe des AK Kein Vergessen!, des ak antifa aachen und der AFA-Nederland:Dienstag, 27.10.2009 VHS Aachen, 2.Etage: Forum Beginn 19:00
Der Silbertannen-Mörder Heinrich Boere vor Gericht!

Eine Veranstaltung mit Teun de Groot, Sohn des von Heinrich Boere ermordeten Teun de Groot, Arnold Karskens, Journalist aus Amsterdam, Detlev Hartmann, Rechtsanwalt aus Köln und Vertreter der Nebenklage und Stephan Stracke, Historiker aus Wuppertal
In der Veranstaltung wird neben einem Fokus auf Heinrich Boere auf andere niederländische NS-Täter eingegangen. Denn Boere ist nicht der einzige niederländische NS-Verbrecher, der auf der Liste des niederländischen Justizministers steht. An den Lebenswegen dieser Kollaborateure lässt sich exemplarisch der deutsche Umgang mit NS-Tätern nach 63 Jahren bilanzieren. Die Referenten werden zudem die deutsche Fluchthilfe für europäische SS’ler beleuchten, die auch ein Stück Aachener Stadtgeschichte schreibt.

Mittwoch, 28. Oktober: Prozessauftakt. Kundgebung vor dem Aachener Landgericht

Freitag, 6.11.2009 Haus Löwenstein, Markt 39, Beginn 19.00h
Die SS in den Niederlanden

In den Niederlanden war die SS während des Zweiten Weltkriegs präsenter als in den anderen besetzten Ländern Westeuropas. Der Unterdrückung des niederländischen Widerstandes und der Durchsetzung der nationalsozialistischen Rassepolitik stand der Versuch gegenüber,
niederländische Kollaborateure für das “Neue Europa” der SS zu gewinnen. Thomas Müller beleuchtet in dem Vortrag den historischen Kontext des “Falles Boere”.

Freitag, 13.11.2009 Haus Löwenstein, Markt 39, Beginn 19.00h
Neuer Nationalismus und der bundesdeutsche Umgang mit NS-Verbrechen

Der Referent wird in seinem Vortrag den aktuellen und historischen Umgang mit NS Verbrechen darstellen und die Frage stellen, ob im Umgang mit deutscher NS-Geschichte ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, der Entscheidungen wie die Rehabilitierung von Deserteuren ermöglicht. Auch wird es um einen Wandel nationalistischer Diskurse gehen, der mit der Parole “Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg” hin zu der erstmals von Joseph Fischer hervorgebrachten Argumentation genau wegen Auschwitz wieder Angriffskriege zu führen, umrissen werden kann. Der Referent wird sich auf die Suche nach Antworten begeben, warum heute doch noch einzelne Prozesse gegen NS-Verbrecher stattfinden, die seit 60 Jahren verweigert wurden und was das mit dem “Ansehen Deutschlands in der Welt” zu tun hat.

Freitag 20.11.2009 Haus Löwenstein, Markt 39, Beginn 19.00h
Das Fortwirken der NS-Kollaborateure auf europäischer Ebene

Die Nichtverfolgung zahlreicher NS-Verbrechen hatte viele Folgen. Neben den persönlichen Dimensionen, gerade für die Opfer des NS und deren Angehörigen ermöglichte die ausbleibende Strafverfolgung den Tätern, NS-Ideologie weiterhin zu forcieren, sich zu re-organisieren und ihr Wissen weiterzutragen. Der Referent Jörg Kronauer beleuchtet in der Veranstaltung die Strukturen von NS-Kollaborateuren auf europäischer Ebene nach dem NS. Es wird um Kontinuitätslinien alter Nazis zur aktuellen extremen Rechten gehen, um das Fortwirken der alten NS-Kollaboration bis heute.

Internetseite

Auf folgender Internetseite werden in Zukunft nähere Informationen zum Prozess und der Veranstaltungsreihe veröffentlicht werden:

http://akantifaac.blogsport.de/kein-vergessen/

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(31 augustus 2009)

Al een tijdje geleden hebben antifa-kameraden uit Bochum-Duitsland ene Graffiti-piece gemaakt om een aantal vermoorde antifascisten te gedenken. Daar is ook een documentatie van gemaakt en deze is nu ondertiteld te vinden op hun Blog.

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Antifa-Film “uno di noi” jetzt online

Im Dezember 2008 erstellten wir mit Profisprayern ein antifaschistisches Murales in Bochum. Dieses gedachte sieben Antifas aus verschiedenen europäischen Ländern, die in den letzten Jahren von Nazis und Faschisten ermordet wurden.
Wir filmten den Produktionsprozess und in den folgenden Monaten erstellten wir mit diesen und weiteren Materialien eine Dokumentation zu dem Murales und den Hintergrund der sieben Morde. Dazu interviewten wir in Italien und Spanien Angehörige der Ermordeten und produzierten einen eigenen RAP für Thomas Schulz, der 2005 in unserer Nachbarstadt Dortmund ermordet wurde.

Der ca. 30 minütige Film trägt den Titel “uno di noi” –  “eine/r von uns” In den letzten Wochen haben wir diese Dokumentation auf zahlreichen Veranstaltungen in der BRD gezeigt, um eine direkte Auseinandersetzung über den Inhalt zu suchen.

Jetzt haben wir einen blog erstellt, auf dem Ihr Euch den Film ansehen und herunterladen könnt, Text und Bildmaterial findet und die Möglichkeit zum Kommentieren besteht.
Der blog: http://unodinoi.blogsport.de

FreundInnen haben den Film auf Spanisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Russisch übersetzt. So gibt es den Film in sechs verschiedenen Sprachfassungen auf dem blog.
Wir werden den Film und diesen blog über linke und antifaschistische Strukturen soweit wie möglich bekannt machen. (Und hoffen dabei auf Eure Mithilfe.)
Die Kommentarfunktion des blogs soll dazu dienen, dass es einen länder- und sprachenübergreifenden Austausch und Auseinandersetzung geben kann.
Ob es der/die AntifaschistIn aus Irkusk, der Lower East Side, Athen, den Banlieues von Paris, Bilbao, Utrecht, Herne II, Padua oder Belfast ist. Es besteht die Möglichkeit sich über dies international angelegte Murales und die angeschnittenen Problematiken zu äußern und auseinanderzusetzen. Vielleicht auch in Kontakt zu treten und sich zu vernetzen.

Die Intention unseres Murales und des Films ist es, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, die Notwendigkeit und Möglichkeit einer gemeinsamen Diskussion, Bezugsnahme, Kooperation und Vernetzung zu verdeutlichen. Er soll zur Solidarität aufrufen und Ausdruck dessen sein.

In der Hoffnung, dass Ihr es ähnlich seht.

Polit-Cafè Azzoncao
Antifaschistische Jugend Bochum (AJB)

(August 2009)

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(9 mei 2009)

“Super election year 2009” of the German Nazi party NPD

INTRODUCTION

In 2009 there will be elections in several federal states of Germany as well as for the European Parliament. On the 7th of June people have to give their votes for candidates of the European Parliament and the local parliaments of Baden-Wuerttemberg in South-West Germany. This will be followed by city and local council elections in Saxony, the Saarland and Thuringia, presumably also in Brandenburg. On 27 September the elections take place to the German Bundestag. Besides that, there are numerous more local elections in other federal states in Germany.

THE NPD AND HER “SUPER ELECTION” ATTEMPT

The NPD will take this as an occasion to strengthen and expand their mandates in states and cities in Germany, where she already sits in the parliaments as well as she tries to gain more election victories. As a result the campaigning machinery is working hard in order to get more
symbolical strength, to reach more potential voters, to spread her ideology and to integrate her more and more in the political and social life.

At the moment, the forecasts are ambivalent due to many internal crises, a fraud affair and a controversy around the party chair. Nevertheless there is a great danger of election victories and strengthening of fascist structures in German parliaments and society.

RIGHT-WING EXTREMISTS IN SOCIETY

The right-wing extremists do not hide themselves any longer, they dare to show up openly in the streets, make information stands, public meetings, propagandistic actions with posters, own neighborhood newsletters (often with more than 20.000 copies) and flyers to gain attention. In addition the NPD occupies mobilizable topics like migration, “foreign infiltration” versus nationalization, criticism of the European Union and the bureaucracy as well as social topics like poverty, welfare and unemployment. The simple answer of the NPD is to go strongly national with a bulk heading state. That is in times of the world economic crisis pleasantly complexity-reducing, but it is an apparently simple solution to attract a lot of unsatisfied voters.

THE GERMAN NAZI PARTY

Founded and led as a reservoir for old and new Nazis, the NPD sees herself in the tradition of the historical NSDAP and refers with comments, publications and meetings, more or less openly, on the historical National Socialism.

The NPD is considered as an election-campaign and a mobilization party and attracts spectrum comprehensive followers of the extreme right. The party unites members from the racquet Nazis of the “free comradeships” up to the conventional representatives of the right-conservative line. Due to the strong nationwide organization and the legal status as a party, there are more infrastructural possibilities given than for any other right-wing movement.

THE SITUATION IN SOUTH-WEST GERMANY

The activities of the NPD in Baden-Wuerttemberg are not yet to compare with those in some parts of East Germany; however the aim is to strengthen structures and to build up more and more influence on local politics and the public opinion. Antifascist groups recognize an increasing amount of public and propagandistic actions, gatherings, newly formed local groups
and public appearances.
All these activities may not be regarded in an isolated manner, but it seems rather than the preparation of the election campaign around the local and city parliaments in the region. The emphasis lies on the capital Stuttgart, the cities Sindelfingen/Boeblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Goeppingen and the Rems-Murr area.

Even if the political influence, regarding fundamental questions and decisions, is not too large; the thread of the NPD cannot be underestimated in local councils and regional parliaments. Besides the symbolic effect, that the entering of Nazis in a parliament always has, the Nazis can spread their propaganda and reach a medial public. Besides the financial advantages, Nazis appear in a parliament openly as a social part of the political life and they can act as an ordinary group, which leads to an image gain for them and in the end to a belittlement of their ideology and aims in the public sense.

No platform for Nazis! Fascism is a crime not an opinion! Resistance is necessary!

WHAT TO DO? ORGANISE RESISTANCE!

In order to prevent the Nazis from their efforts and anchorage attempts, it must be clear that we are not talking about a simple and small “protest phenomenon”, which could be even ignored. We are dealing with a strengthened political movement, which has clear matters, goals and
strategies.
Resistance against it is necessary and has already been very successful in the past. Nazis often have had to withdraw when a broad social resistance strikes against them, whilst missing protest and few active commitment can lead to so-called „national free zones “and increasing strength of fascist structures and assaults.

It is valid to fight back Nazis on all levels and with the most diverse means necessary in order to diminish their agitation. Only if we organize ourselves, seize self initiative and become active, we have the possibility to kick them out of the area. Together we can promote anti-fascist positions and give alternatives to ongoing political developments. We can make a clear statement, that there is no space for inhuman ideologies and politics!

ALERTA ANTIFASCISTA!!!

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